24 Sep 2026
Fünf Jahre GGL: Behörde setzt auf flexiblere Rahmenbedingungen im Glücksspielmarkt

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder hat im September 2026 ihr fünfjähriges Bestehen gefeiert und zugleich Anpassungen am bestehenden Regelwerk angemahnt, damit die Aufsicht mit neuen Geschäftsmodellen, technologischen Entwicklungen und dem illegalen Glücksspiel mithalten kann.
Die Behörde verfügt mittlerweile über rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die 129 lizenzierte Betreiber und Vermittler beaufsichtigen, welche wiederum 229 Websites betreiben, während die Zahl der Verbotsverfahren von 68 im Jahr 2022 auf 287 im Jahr 2025 gestiegen ist und eine wissenschaftliche Kanalisierungsstudie für 2024 einen Anteil von 77 Prozent am regulierten Markt ausweist.
Aufbau und Aufgaben der Behörde
Seit ihrer Gründung hat sich die GGL als zentrale Instanz für die bundesweite Koordination des Glücksspielwesens etabliert, wobei sie Lizenzvergaben, Überwachung und Durchsetzung in einem einheitlichen Rahmen bündelt und damit die zuvor fragmentierten Zuständigkeiten der einzelnen Bundesländer ablöst.
Die rund 100 Beschäftigten bearbeiten nicht nur Anträge auf Erlaubnisse, sondern führen auch laufende Kontrollen durch und koordinieren Maßnahmen gegen nicht lizenzierte Angebote, während gleichzeitig Daten zu Marktanteilen und Spielerverhalten ausgewertet werden.
Lizenzierte Anbieter und Marktabdeckung
Derzeit beaufsichtigt die Behörde 129 Betreiber und Vermittler, die insgesamt 229 Websites betreiben und damit einen erheblichen Teil des legalen Angebots abdecken, wobei die genannten Zahlen die aktuelle Lizenzstruktur widerspiegeln und zugleich die wachsende Komplexität der zu überwachenden Plattformen verdeutlichen.
Eine wissenschaftliche Kanalisierungsstudie ermittelte für das Jahr 2024 einen regulierten Marktanteil von 77 Prozent, was auf eine erfolgreiche Verlagerung von Spielaktivitäten in den legalen Bereich hindeutet und zugleich die Grundlage für weitere Bewertungen der regulatorischen Wirksamkeit bildet.

Steigende Durchsetzungsaktivitäten
Die Zahl der eingeleiteten Verbotsverfahren ist von 68 im Jahr 2022 auf 287 im Jahr 2025 deutlich gestiegen, was auf eine intensivierte Überwachung und eine konsequentere Verfolgung illegaler Angebote zurückzuführen ist, während gleichzeitig die personellen und technischen Kapazitäten der Behörde ausgebaut wurden.
Diese Entwicklung zeigt sich auch in der laufenden Bearbeitung von Fällen, bei denen die GGL mit anderen Behörden zusammenarbeitet, um Werbeverstöße und nicht genehmigte Plattformen zu unterbinden und damit die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben sicherzustellen.
Forderung nach regulatorischer Flexibilität
Zum fünfjährigen Jubiläum hat die Behörde darauf hingewiesen, dass das aktuelle Regelwerk an die schnellen Veränderungen bei Geschäftsmodellen, Technologien und illegalen Angeboten angepasst werden müsse, damit die Aufsicht weiterhin wirksam bleiben kann, während starre Vorgaben die Reaktionsfähigkeit einschränken könnten.
Die GGL betont in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit, bestehende Verfahren und Vorschriften regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls zu modernisieren, wobei der Fokus auf einer Balance zwischen Verbraucherschutz und der Möglichkeit liegt, neue Entwicklungen rechtzeitig zu berücksichtigen.
Ausblick und weitere Entwicklungen
Die im September 2026 veröffentlichten Zahlen und Positionen der Behörde liefern eine Bestandsaufnahme, die sowohl die bisher erreichten Fortschritte als auch die künftigen Herausforderungen abbildet, während die Verbindung aus personellem Wachstum, steigenden Verfahrenszahlen und Marktdaten die Grundlage für anstehende Diskussionen über Anpassungen bildet.
Beobachter und Fachleute können anhand dieser Informationen nachvollziehen, wie sich die Aufsichtsstruktur in den vergangenen fünf Jahren entwickelt hat und welche Schritte erforderlich sind, um die Regulierung an die Dynamik des Marktes anzupassen.
Schlussfolgerung
Die Daten zur Mitarbeiterzahl, zu den lizenzierten Angeboten, zu den Verbotsverfahren und zum regulierten Marktanteil zeichnen ein differenziertes Bild der aktuellen Lage, während der Aufruf zu mehr Flexibilität die Richtung vorgibt, in die sich das regulatorische Umfeld entwickeln könnte, um auch künftig eine effektive Kontrolle zu gewährleisten.
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder hat damit zugleich eine Zwischenbilanz und eine Agenda für die kommenden Jahre vorgelegt, die auf Grundlage der vorliegenden Zahlen und Erfahrungen weitere Diskussionen über die Weiterentwicklung des Glücksspielrechts anstoßen dürfte.